Ganzjährig und ganz speziell im Sommerhalbjahr ist es für Seilbahnunternehmen wichtig, Angebote zu schaffen, die auch bei wenig einladendem Wetter Erlebnisse garantieren. Herausragend, ganzjährig die Bergbestauner ansprechend, ist die 2011 entstandene Gipfelwelt 3000 am Kitzsteinhorn. Gegebenheiten (Stollen durch den Berg) und Notwendigkeiten, insbesondere die, Tagesgästen, die bei jedem Wetter anreisen, immer ein atemberaubendes Angebot zu offerieren, ließen die Schau-Erlebniswelt entstehen.
Wetterunabhängigkeit im Trend
„Wir beobachten einen Trend hin zu wetterunabhängigen Angeboten, die Bergbahnen ganzjährig attraktiv machen. In Südtirol das Paradebeispiel ist das 2015 eröffnete Messner Mountain Museum am Kronplatz“, betont Andrea Wisthaler, Geschäftsführerin des Südtiroler Erlebnisinszenierers Geomarketing. Die strategische Überlegung ist, so Wisthaler, „die Benützung von Bergbahnen wetterunabhängig attraktiv zu machen, weil man auch an Schlechtwettertagen attraktive Erlebnisse bieten kann.“
Da nicht überall, wie am Kitzsteinhorn, am Kronplatz oder am Gaislachkogel hoch ober Sölden (Erlebniswelt 007 Elements, auf Basis des James Bond Drehs zu Spectre 2015) monumentale Attraktionen entstehen können, sind kleiner dimensionierte Ideen gefragt.
„Es geht darum, die Magie der Berge wetterunabhängig nahezu genauso gut wie bei Schönwetter erlebbar zu machen. Deshalb entstehen meist interaktive Erlebnisräume und digitale Installationen, die die Bergwelt auf eine neue Weise inszenieren“, weiß die Südtiroler Expertin. Entscheidend sei, die Natur zu ergänzen, nicht zu ersetzen. Es gehe darum, Angebote zu schaffen, die moderne Technologie mit authentischer Regionalität verbinden. „Oft kann man dafür auf bestehende, nicht oder kaum genutzte Räumlichkeiten zurückgreifen“, erklärt Wisthaler.
Zahlreiche kluge Beispiele
Neben sehr aufwendigen, durch besondere Umstände entstandene Attraktionen, wie es etwa das Café 3440 in der Bergstation der Wildspitzbahn am Pitztaler Gletscher oder die neue Bergstation samt Eispalast am Dachstein sind, gibt es eine Reihe guter Beispiele für klug gestaltete, zum Gesamtangebot passende Indoor-Highlights. In Serfaus etwa wurde aus der ehemaligen Talstation der Komperdellbahn das 2016 eröffnete PlayIN, eine Indoor-Spiel- und Kletterwelt. „Zwölf Kletterwände, ein Boulder-Raum, eine riesige Softplay-Anlage, ein Laserraum, in dem Geschicklichkeit und Schnelligkeit gefragt sind und eine interaktive, digitale Spielewand stehen im Sommer wie im Winter zur Verfügung“, erläutert der Serfauser Bergbahnenchef Stefan Mangott. „Die Rückmeldungen unserer Gäste sind sehr positiv. Das PlayIN ist eine tolle Alternative zum Angebot am Berg, nicht nur aber speziell bei Schlechtwetter“, verrät Mangott. Seine Kollegen in Fiss haben mit der Indoor Arena Fiss ein im Sommer zur Verfügung stehendes Angebot geschaffen, dessen Highlight ein Indoor-Minigolfplatz ist. Ebenfalls in Fiss gibt es einen großen Indoor-Spielbereich (Tischfußball, Legoecke, Lernspiele usw.), untergebracht im Familienrestaurant Sonnenburg bei der Mittelstation der Sonnenbahn.
Auf der Riesneralm im Ennstal hat Innovations-Profi Erwin Petz bei der Mittelstation mit dem Kegelstadl eine wetterfeste Spaß-Alternative geschaffen und im während des Sommers geschlossenen Hotel Berghof lädt er zur Bergkinovorführung.
„Teil unseres zur Sommerattraktivierung entstandenen Triassic Parks war von Anfang an ein Indoorbereich. Dort wird die Erdgeschichte anschaulich dargestellt. Es gibt interessante Ausstellungsstücke, interaktive Teile, Bereiche für lernendes Spielen der Kinder und einen Shop“, beschreibt Andi Brandtner von der Bergbahn Steinplatte sein Angebot. Als weiterer Indoor-Erlebnisbereich auf der Steinplatte ist eine Tropfsteinhöhle entstanden, die ganzjährig geöffnet ist.